Der Blog vom TRAININGSDECK

Informativ. Authentisch. Herausfordernd.


Sind Schweine die besseren Esser?

DSC_0008

Weiß Borsti, wie gute Ernährung aussieht?

Schweine gelten gemeinhin als Allesfresser, sogenannte Omnivore, genauso wie wir Menschen auch. „Wie ein Schwein fressen“ bezieht sich als Schmähung offensichtlich auf die Art der Nahrungsaufnahme. Denn bzgl. der Nahrungsauswahl wünschte ich mir mehr „Schweine“ unter uns.

Ein Wochenendausflug führte mich in ein Wildgehege, in dem einheimische Tiere zu sehen sind. Das Highlight in so einer Anlage ist natürlich, Wildschweine und Dammwild füttern zu können. An so einem sonnigen Tag  nutzen das die Leute natürlich ausgiebig, so ziemlich alles, was das heimische Vorratslager hergibt, wird Borsti und Co. vor die Nase gehalten. Aus Unmengen an Brot, Brötchen, Äpfeln, Mohrrüben, Salat und Nüssen können die Tiere wählen.

Nach einigem Beobachten wurde mir bewusst, was mich so erstaunte: die Wildschweine stürzen sich auf  Nüsse, Äpfel und Möhren, das Brot bleibt in Massen liegen. Dasselbe Bild im Dammwild-Gehege: angebotenes Brot wird ignoriert, Äpfel und Möhren gern gefressen, um Nüsse/Rosinen wird sich gestritten.

Warum ich darüber nachdenke? Wir als Mensch sind eng mit den Schweinen verwandt, ca. 90% unserer DNS stimmen mit der des Schweins überein. Das Erdferkel gilt gar als Stammvater des Menschen.
Natürlich kennen wir das Hausschwein als Allesfresser, das mit Getreide und Kartoffeln gemästet wird und den Trog immer leerfrisst. Aber hat es irgendein Mitspracherecht beim Menüplan?
Interessant finde ich nun, dass sich die Wildform unserer „Verwandten“, wenn es denn die Wahlmöglichkeit hat, für unverarbeitete getreidefreie Kost entscheidet.

Die Mehrheit der Menschen in der modernen westlichen Welt trifft jedoch eine andere Entscheidung, obwohl es eine riesige Vielfalt an Alternativen gibt. Warum? Aus Bequemlichkeit, begrenztem Wissen, fehlendem Bewusstsein, mangelnder Wertschätzung  oder der unreflektierten Verbundenheit mit Ritualen. Oder von allem etwas.

DSC_0023

Von Anfang an das richtige Fressverhalten gelernt.

Kleine Anekdote am Rande. Eine Mutter schickt ihre ca. dreijährige Tochter zu den Rehen: „Marie! Den Keks aber nicht den Tieren geben. Der ist für Dich. Die Äpfel kannst Du verfüttern.“
Als Tierfreund begrüße ich das selbstverständlich. Im Angesicht von erschreckenden Zukunftsszenarien bzgl. Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck hätte ich ein faires Teilen der Äpfel zwischen Tier und Mensch bevorzugt.

(Georg Kramer) (www.trainingsdeck.de)

Advertisements