Der Blog vom TRAININGSDECK

Informativ. Authentisch. Herausfordernd.


Hanse Golf 2014 – Der Golf-Schläger macht das schon!

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Das TRAININGSDECK besucht die HanseGolf. Ob es da was zum Thema Golf-Athletik gibt?

Ein Arbeitsfeld des TRAININGSDECKs ist seit Jahren die Golf-Athletik.
Das Ziel: den golfspielenden Körper in eine Konstitution zu bringen, die eine leistungsfähige, gesunde und reproduzierbare Bewegung zulässt. Unabhängig von Alter oder Leistungsstufe.
Wir sind überzeugt davon, dass sowohl eine athletische Grundausbildung als auch golfspezifisches Training unabdingbare Bestandteile einer progressiven und beschwerdefreien Leistungsentwicklung sind.

Mit dementsprechend großen Erwartungen ging es auch zur Hanse Golf, Norddeutschlands größter Golfmesse in Hamburg.
Der erste Eindruck: Hightech an jeder Ecke. Vom Golfschläger bis zum Trolley, das Leben der Golfenden wird so einfach wie möglich gemacht. Botschaften wie „Distance, Control, Forgiveness“ oder „There’s long. And then there is Bertha long“ beziehen sich ausschließlich auf das Material.
Der zweite Eindruck: die „Maschine“ des Golfers, sein physisches Setup, spielt so gut wie keine Rolle.

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Alles Gute kommt aus dem Material.

Ein 20-minütiger Vortrag zum Thema „Golffitness“ und der Stand von Powerplate, ein Vibrationsplatten-Anbieter, waren die einzigen Hinweise darauf, dass die körperlichen Voraussetzungen des Golfenden eine Rolle spielen könnten.
Um ein Bild zu bemühen: ich fühlte mich ein bisschen wie auf einer Automesse, bei der man die Abteilung Motor und Getriebe vergessen hat. Lack, Stoßdämpfer und Heckflügel in allen Varianten, nur keine PS. Sehr irritierend.

Das Argument, dass diese Messe mehr die freizeit- als leistungsorientierten Golfer anspricht, kann ich nicht gelten lassen. Weshalb sollte man Freizeit-Golfern das Bedürfnis nach einem funktionierenden und gesunden Bewegungsapparat absprechen, der sich auch noch positiv auf das Golfspiel auswirkt?

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Das Golf-Equipment ist in Topform. Sind es die Golfer auch?

In meiner Arbeit mit Golf Pros habe ich gerade in der jüngsten Vergangenheit das Gefühl, dass sich das Bewusstsein in diese Richtung verändert: der Körper ist der Mittelpunkt einer sportlichen Leistung.
Und den Anspruch dieser sportlichen Leistung hat das Golf, wir reden hier schließlich von einer olympischen Sportart.

Wie sagte ein befreundeter Golf Pro so schön: „Jahrelang haben wir immer am Drumrum gearbeitet, bis ins kleinste Detail. Und haben dabei das wichtigste vergessen: den Körper, der für all das erstmal bereit sein muss.“

(Georg Kramer) (www.trainingsdeck.de)

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Das „functional“ Missverständnis

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Endet das Functional Training in einer Zirkus-Nummer?

Ich lese es gerade wieder in einer Fitnesszeitschrift, während diverser Ausbildungen höre ich es immer wieder: die Definition des Trend-Themas „Functional Training“ als Alltagstraining oder Training von Alltagsbewegungen.
Ich glaube, dass wir uns mit dieser Umschreibung, um Menschen vom Training zu überzeugen, auf sehr dünnem Eis bewegen.

[funktionell: Funktion erfüllend]
[funktional: zweckdienlich, zweckmäßig, praktikabel im Sinne von effizient]

Unter funktionellem Training verstehen wir allgemein Belastungen in den drei Bewegungsebenen, mehrgelenkige Bewegungen, an denen Muskelketten beteiligt sind und Trainingspositionen, in denen die Stabilität  aus dem Körper generiert wird.
Gern zusammengefasst unter oben genanntem „Training von Alltagsbewegungen.“

Doch das Bild der alltäglichen Bewegungen, auf die wir durch das funktionelle Training „vorbereiten“, widerspricht vollkommen der Realität.

Stichwort „Alltagstraining“: ich persönlich sehe außerhalb des TRAININGSDECKs recht selten Leute Gewichtsbälle an die Wand werfen, auf Kisten springen, in Ausfallschritten durch die Büroflure fegen, sich auf Äste oder Mauervorsprünge ziehen oder hohe Lasten in eine Überkopfposition bringen. Wenn unser Alltag voll von dieser Aktivität wäre, müssten wir diese nicht trainieren. Dann wären diese Fähigkeiten nicht verloren gegangen. Der moderne Alltag funktioniert ohne sie.

Hier überwiegt doch eher sitzen und gefahren werden, ob von Bus, Bahn, Fahrstuhl oder Auto. Nach oben genannter Definition von Funktionalität müsste ein funktionelles Alltags-Training demnach auch in diese bewegungsarme Richtung zielen. Was für ein absurder Gedanke!

Wenn ich meinen Klienten mit der Phrase „Alltagsbewegungen“ gegenübertrete, dann hat das rein gar nichts mit deren Realität zu tun.
Wir arbeiten mit dem funktionellen Training an theoretischen Alltagsbelastungen, wir simulieren Herausforderungen, für die unser Körper gebaut wurde – eine evolutionäre Funktionalität. Wir trainieren sozusagen die Alltagsbewegungen unserer Vorfahren.

Aufgabe des funktionellen Trainings ist es, die durch den modernen Alltag verkümmerten Strukturen wieder funktionsfähig zu machen.
Die Dysbalancen, die durch das bewegungsarme, zivile Leben entstehen, zu kompensieren.
Den Körper in einen Status zu bringen, wofür ihn die Evolution in Millionen von Jahren geschaffen hat.

Warum?
Weil der menschliche Körper inklusive seines Organismus auf Bewegung und Belastung ausgelegt ist.
Weil diese grundlegenden Bewegungen unserer Natur entsprechen.
Weil sie kurz-, mittel- und langfristig Grundlage für ein gesundes, selbstbestimmtes und aktives Leben sind.

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Das Ziel entscheidet über die Funktionalität

Und wie sieht es nun mit Athleten aus, die eine große Leistung in einem speziellen Bewegungsmuster erbringen, z.B. Golf-,Tennis- oder Eishockeyspieler, Fuß-, Basket- oder Beachvolleyballer? Auch die benötigen die funktionellen Grundlagen, um später sportartspezifische Funktionalität und Effizienz zu erreichen.

(Georg Kramer) (www.trainingsdeck.de)

(Aus Gründen der Vereinfachung fand das Konzept des funktionellen Kontinuums an dieser Stelle keine Erwähnung.)